AiO-Radiator-Größe erklärt: 240, 280, 360
Was die Millimeter bedeuten, wie viel Kühlleistung du gewinnst und welches Maß zu CPU und Gehäuse passt.
240, 280, 360 – bei AiOs sind das keine Marketing-Nummern, sondern die Radiatorlänge in Millimetern. Mehr Fläche bedeutet mehr Wärmeabgabe bei gleicher oder niedrigerer Lüfterdrehzahl. Dieser Ratgeber erklärt die Größen, typische Lüfter-Setups und wann der Sprung von 240 auf 360 sich lohnt.
Produkt-Empfehlungen bundeln wir in der AiO-Kaufberatung. Hier geht’s ums Prinzip – und um die Falle, einen 360er zu bestellen, der im Case nicht montierbar ist.
Kurz gesagt
240: zwei 120-mm-Lüfter, passt fast überall, gut für effiziente Gaming-CPUs. 280: zwei 140-mm-Lüfter, mehr Fläche, Case muss 280 explizit können. 360: drei 120-mm-Lüfter, beste Reserve und lautstärkeärmer unter Last. Nicht: größer = automatisch mehr FPS.
Was ein Radiator eigentlich macht
Die Pumpe schiebt Flüssigkeit vom CPU-Block zum Radiator. Dort geben dünne Kanäle die Wärme an Luft ab, die Lüfter durch die Lamellen drücken. Mehr Radiatorfläche = mehr Lamellen = mehr Wärme pro Lüfter-Umdrehung. Deshalb können große Radiatoren leiser sein: dieselbe Kühlung bei niedrigeren RPM.
Dicke zählt mit: „30 mm vs. 38 mm“ Radiator plus 25-mm-Lüfter frisst Montage-Tiefe. Slim-Radiatoren helfen in engen Tops, dickere oft etwas mehr Leistung – Gehäuse-Clearance zuerst.
240 mm: der Allrounder
Zwei 120-mm-Lüfter nebeneinander. Fast jedes moderne Mid-Tower unterstützt 240 vorne oder oben. Für CPUs bis ~120 W TDP im Gaming-Mix völlig okay. Unter schwerer Render-Last werden die Lüfter früher laut als bei 360 – Physik, kein Produktfehler.
Pro: maximale Case-Kompatibilität, günstiger, leichtere Montage
Contra: weniger Reserve, unter Dauerlast eher höhere RPM
Typisch für: kompakte Tower, Budget-AiOs, effiziente X3D-CPUs im Gaming
280 mm: die unterschätzte Mitte
Zwei 140-mm-Lüfter: mehr Fläche als 240, oft etwas bessere Akustik. Haken: Viele Gehäuse werben mit „360“, listen aber kein 280. 140-mm-Mounts sind anders gelocht. Ohne expliziten 280-Support nicht raten – Manual lesen.
360 mm: Reserve und Ruhe
Drei 120-mm-Lüfter. Standard-Empfehlung für heiße CPUs, wenn Front oder Top 360er können. Mehr Fläche puffert Lastspitzen; du kannst Lüfterkurven entspannter lassen. Nachteil: Front-360 verkürzt oft die GPU-Länge – siehe GPU-Länge & Kühlerhöhe.
| Größe | Lüfter | Fläche (relativ) | Case-Anspruch |
|---|---|---|---|
| 240 | 2×120 mm | Basis | sehr hoch |
| 280 | 2×140 mm | höher als 240 | mittel (explizit 280) |
| 360 | 3×120 mm | höchste gängige | Mid-Tower mit 360-Support |
Welche Größe zu welcher CPU?
Faustregeln, keine Gesetze: Effiziente Gaming-CPUs (z. B. viele X3D-Modelle) sind mit 240 im Spielbetrieb fein. CPUs mit hoher All-Core-Last, dickem Boost oder schlechter Gehäuse-Belüftung profitieren spürbarer von 360. Im Zweifel Case-Support > „maximal groß kaufen“.
| CPU-Profil | Radiator-Tendenz |
|---|---|
| Effizient, Gaming-fokus (z. B. X3D) | 240–360, 240 oft genug |
| Hohe TDP / schweres Multithreading | 360 bevorzugen |
| Sehr gutes Mesh-Gehäuse + Luft möglich | AiO optional |
| Mini-ITX / nur 240-Mount | 240 (oder SFF-spezifisch) |
Manchmal ist Luft die bessere „Größe“
Wenn dein Case 170 mm+ Kühlerhöhe hat und die CPU nicht explodiert, kann ein Dual-Tower leiser und günstiger sein als eine schwache 240er AiO. Vergleich: Luft vs. Wasser.
Front vs. Top: Einfluss auf die Größe
Front-Mount: Radiator bekommt Frischluft, kann aber HDD-Käfige und GPU-Länge blockieren. Top-Mount: oft begrenzte Radiatordicke wegen Mainboard-VRM/RAM-Höhe; Abwärme aus dem Case. Manche Cases erlauben 360 nur vorne, 240 nur oben – genau deshalb die Manual-Tabelle zählt.
Häufige Fehler
360 bestellt, Case kann nur 240 oben und Front ist voll mit GPU
280 ignoriert, weil „360 steht auf der Box“ des Cases
Push/Pull-Lüfter doppelt – bringt wenig, kostet Platz und Kabelchaos
Radiator als Exhaust vorne (Luftweg inkonsistent)
Schläuche zu straff – Pumpe/Block unter Zug
Wärme, Delta-T und warum Größe Lautstärke ersetzt
Kühlleistung hängt am Temperaturunterschied zwischen Lamellen und Luft sowie an der Fläche. Ein größerer Radiator kann dieselbe Wärmemenge bei niedrigerem Luftstrom abführen. Deshalb wirkt 360 „kühler und leiser“ – nicht weil Magie, sondern weil die Lüfter nicht so hoch drehen müssen.
Unter identischer aggressiver Lüfterkurve ist der Unterschied kleiner. Wer AiOs auf 100 % PWM vergleicht, misst vor allem Pumpe und Maximal-RPM – nicht den Alltagsvorteil. Für Wohnzimmer-PCs zählt die Kurve unter 50–60 °C CPU-Gaming-Last.
Gehäuse-Matrix: was du im Manual suchen musst
„Radiator support front/top/side“ in mm (240/280/360)
Maximale Radiatordicke inkl. Lüfter
GPU-Länge mit Front-Radiator (oft separat gelistet)
Ob Top-Mount mit hohen RAM-Modulen kollidiert
Ob Push oder Push/Pull vorgesehen ist (Push reicht meist)
Fehlt 280 in der Liste, nicht spekulieren. Fehlt 360 oben, aber 360 vorne steht – Front planen und GPU-Länge neu rechnen. Genau hier scheitern Warenkörbe, die „360 AiO + 380 mm GPU + kleines Mesh-Case“ kombinieren.
Slim vs. dicke Radiatoren
Slim-Radiatoren (~27–30 mm) passen eher unter enge Top-Lids. Dickere (~38 mm) speichern mehr Kühlleistung bei gleichem Footprint, brauchen aber Tiefe. Mit 25-mm-Lüftern addierst du schnell über 60 mm Bauhöhe – im Top-Mount kritisch bei großen Mainboard-VRMs und hohen DIMMs.
Gibt es 420 und größer?
Ja, aber selten in Mainstream-AiOs und noch seltener in Mid-Towern. Für 99 % der Configury-Leser endet die sinnvolle Skala bei 360. Custom-Loops und Enthusiast-Cases sind ein anderes Kapitel – hier bleiben wir bei fertigen AiOs.
Wenn dein Case nur 240 kann und die CPU heiß wird, hilft oft besseres Case-Airflow oder ein Luftkühler mehr als eine „bessere“ 240er AiO derselben Größe. Größe schlägt Marke – aber Kompatibilität schlägt Größe.
Lautstärke planen statt nur °C jagen
Viele Käufer starren auf Idle-Temperaturen. Relevant ist Gaming-Last bei akzeptablen dBA. Ein 360er mit flacher Kurve schlägt einen 240er, der ständig bei 70 % PWM schreit – auch wenn beide „70 °C“ zeigen. Subjektive Lautstärke am Schreibtisch zählt mehr als ein einzelner Spot-Wert im Review.
Pumpe nicht unnötig auf 100 % lassen, wenn die Anleitung niedrigere Defaults empfiehlt. Lüfterkurven an die Case-Temperatur koppeln (CPU- oder Liquid-Temp), nicht an kurze Boost-Spikes.
Radiatorgröße + GPU-Länge: die Kombi-Rechnung
Beispiel: Case 360 mm GPU-Max ohne Radiator, 300 mm mit Front-360. Deine Karte misst 320 mm → Front-360 fällt flach. Optionen: Top-240/280, anderes Case, kürzere GPU. Genau diese Rechnung sparst du dir mit großzügigen Towern aus der Gehäuse-Kaufberatung.
Schreib die Zahlen vor dem Kauf auf. Fünf Minuten Manual lesen schlägt fünf Tage Retoure. Der Radiator-Ratgeber hier und der GPU-Längen-Ratgeber im Gehäuse-Silo gehören zusammen gelesen.
Merksätze zum Mitnehmen
240 = Kompatibilität
280 = nur mit Manual-Support
360 = Reserve und Ruhe, wenn Platz da ist
Front-360 vs. GPU-Länge immer doppelt prüfen
Luftkühler bleibt Alternative bei guter Höhe
Fazit
240 ist der Kompatibilitätskönig, 360 die Reserve für Hitze und Lautstärke, 280 die Nische mit Manual-Pflicht. Such dir die Größe nach Case und CPU – dann das konkrete Modell in der AiO-Kaufberatung.
Häufig gestellte Fragen
Ist 360 immer besser als 240?▼
Bei gleicher Qualität: mehr Kühlreserve und Potenzial für leisere Lüfter. Wenn 360 nicht ins Gehäuse passt oder die GPU blockiert, ist ein guter 240er die bessere Wahl.
Was bedeutet 240/280/360 genau?▼
Die ungefähre Länge des Radiators. 240 ≈ zwei 120-mm-Lüfter, 280 ≈ zwei 140-mm, 360 ≈ drei 120-mm. Breite und Dicke variieren je Hersteller.
Kann ich 140-mm-Lüfter an einen 360er montieren?▼
Nein – 360er sind auf drei 120-mm-Positionen ausgelegt. 280er nutzen 140-mm-Raster. Nicht mischen.
Reicht 240 für Gaming 2026?▼
Für die meisten Gaming-Szenarien mit effizienten CPUs ja. Wer leise unter schwerer Last bleiben will und Platz hat, nimmt 360.
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