PC-Temperatur zu hoch? Ursachen, Lösungen und optimale Werte
CPU und GPU werden zu heiß – so findest und behebst du das Problem
Dein PC wird heiß, die Lüfter drehen auf Maximum und die Performance leidet? Hohe Temperaturen sind eines der häufigsten PC-Probleme – und oft leicht zu beheben. In diesem Guide erfährst du, welche Temperaturen normal sind, warum dein PC zu heiß wird und wie du das Problem Schritt für Schritt löst.
Welche Temperaturen sind normal?
Bevor du in Panik gerätst: Nicht jede hohe Zahl ist ein Problem. Moderne CPUs und GPUs sind für hohe Temperaturen ausgelegt und drosseln sich automatisch, bevor Schäden entstehen. Hier sind die normalen Temperaturbereiche:
| Komponente | Idle (Leerlauf) | Gaming / Last | Maximum (Throttling) | Kritisch |
|---|---|---|---|---|
| CPU (AMD Ryzen) | 35-50°C | 65-85°C | 95°C (Tjmax) | >95°C |
| CPU (Intel Core) | 35-50°C | 65-90°C | 100°C (Tjmax) | >100°C |
| GPU (NVIDIA) | 30-45°C | 65-80°C | 83-90°C (je nach Modell) | >90°C |
| GPU (AMD) | 30-45°C | 70-90°C | 90-110°C (Junction) | >110°C |
| RAM | 35-45°C | 40-55°C | – | >80°C (selten) |
| SSD (NVMe) | 30-45°C | 50-70°C | – | >70°C (Throttling) |
80°C bei Gaming ist normal!
Viele Einsteiger erschrecken bei CPU-Temperaturen von 75-85°C unter Last. Das ist völlig normal und unbedenklich. Erst ab 90°C (AMD) bzw. 95°C+ (Intel) solltest du handeln. GPUs bei 75-80°C unter Last? Alles im grünen Bereich.
Temperaturen richtig messen
HWiNFO64 (kostenlos): Der Goldstandard für Hardware-Monitoring. Zeigt CPU, GPU, RAM, SSD Temperaturen in Echtzeit
MSI Afterburner (kostenlos): Für GPU-Temperaturen und On-Screen-Display während des Spielens
Core Temp (kostenlos): Kompakt, nur CPU-Temperaturen
Task-Manager (Windows): Zeigt unter Leistung > GPU die GPU-Temperatur (ab Windows 10)
Öffne HWiNFO64, starte ein Spiel oder einen Benchmark (z.B. Cinebench für CPU, FurMark für GPU) und beobachte die Temperaturen über 10-15 Minuten. Die Maximum-Temperatur ist der wichtigste Wert. Vergleiche sie mit den Normalwerten in unserer Tabelle oben.
7 häufigste Ursachen für hohe Temperaturen
Staub in Lüftern und Kühlkörper: Der häufigste Grund. Staub isoliert den Kühlkörper und blockiert den Airflow. Lösung: Druckluft-Spray, alle 3-6 Monate reinigen.
Alte oder ausgetrocknete Wärmeleitpaste: Nach 3-5 Jahren trocknet die Paste aus und leitet Wärme schlechter. Lösung: Kühler abnehmen, alte Paste mit Isopropanol entfernen, neue Paste auftragen.
Schlechter Airflow im Gehäuse: Geschlossene Front, zu wenige Lüfter oder Kabel im Luftstrom. Lösung: Mesh-Front, mindestens 3 Lüfter (2 Intake, 1 Exhaust), Kabel ordnen.
CPU-Kühler zu schwach: Box-Kühler oder Budget-Kühler an einer High-End CPU. Lösung: Besseren Kühler kaufen (30-80€).
Lüfterkurve falsch eingestellt: Lüfter drehen zu langsam, auch bei hohen Temperaturen. Lösung: Im BIOS Lüfterkurven anpassen – höhere Drehzahl ab 70°C.
Gehäuse an der Wand / in einer Nische: Der PC bekommt keine frische Luft. Lösung: Mindestens 10-15 cm Abstand zu Wänden und Möbeln.
Zu hohe Raumtemperatur: Im Sommer kann die Raumtemperatur 30°C+ erreichen – das erhöht alle PC-Temperaturen um 5-10°C. Lösung: Raum lüften, Klimaanlage, oder PC-Last reduzieren.
Schritt-für-Schritt Problemlösung
Schritt 1: Staub entfernen (kostenlos)
Öffne das Gehäuse und prüfe Lüfter, Kühlkörper und Staubfilter. Nutze Druckluft-Spray (ca. 5€ im Baumarkt) um Staub aus dem CPU-Kühler, den Gehäuselüftern und dem GPU-Kühler zu blasen. Halte dabei die Lüfter fest, damit sie nicht unkontrolliert drehen. Reinige die Staubfilter mit Wasser und lass sie trocknen.
Schritt 2: Lüfterkurven optimieren (kostenlos)
Gehe ins BIOS (DEL beim Hochfahren) und stelle die Lüfterkurven aggressiver ein: Die Lüfter sollten ab 65-70°C deutlich hochdrehen. Viele BIOS haben einen Easy-Mode mit vordefinierten Profilen (Silent, Standard, Performance) – wähle Performance für bessere Kühlung.
Schritt 3: Wärmeleitpaste erneuern (~8€)
Wenn der PC älter als 3 Jahre ist: Kühler abschrauben, alte Paste mit Isopropanol (99%) und fusselfreiem Tuch entfernen, erbsengroßen Tropfen neue Paste (z.B. Noctua NT-H1, Arctic MX-6) auftragen, Kühler wieder montieren. Das kann 5-15°C Unterschied machen!
Schritt 4: Airflow verbessern (20-80€)
Wenn die Schritte 1-3 nicht reichen: Investiere in besseren Airflow. Zusätzliche Gehäuselüfter (10-15€ pro Stück), ein neues Gehäuse mit Mesh-Front (60-80€) oder einen besseren CPU-Kühler (30-80€) können die Temperaturen drastisch senken.
Was ist Thermal Throttling?
Thermal Throttling bedeutet, dass die CPU oder GPU ihre Taktfrequenz automatisch reduziert, um die Temperatur zu senken. Das ist ein Schutzmechanismus und verhindert Hardware-Schäden. Aber es kostet Performance: Statt 5.0 GHz taktet die CPU vielleicht nur noch 3.5 GHz – und du verlierst 20-30% Leistung. In HWiNFO siehst du Throttling daran, dass der Takt unter Last stark schwankt oder unter den Basis-Takt fällt.
Dauerhaftes Throttling schadet der Lebensdauer
Gelegentliches Thermal Throttling ist nicht dramatisch. Aber wenn deine CPU oder GPU dauerhaft an der Temperaturgrenze läuft, verkürzt das die Lebensdauer. Kapazitäten von Kondensatoren und Transistoren degradieren schneller bei hoher Hitze. Investiere in gute Kühlung – deine Hardware dankt es dir.
Fazit: Regelmäßige Wartung verhindert 90% der Probleme
Die meisten Temperatur-Probleme lassen sich mit Staub entfernen und Wärmeleitpaste erneuern lösen – beides kostet fast nichts. Wenn das nicht reicht, sind ein besserer Kühler (30€) oder mehr Gehäuselüfter (20-40€) die nächsten Schritte. Regelmäßige Wartung alle 6 Monate hält deinen PC kühl und verlängert seine Lebensdauer.
Häufig gestellte Fragen
Ist 90°C CPU-Temperatur gefährlich?▼
Meine GPU ist 82°C unter Last – normal?▼
Wie oft sollte ich die Wärmeleitpaste wechseln?▼
Kann ich meinen PC im Sommer bei 35°C Raumtemperatur nutzen?▼
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