Raytracing erklärt 2026: Was es bringt und was es kostet
Schatten, Spiegelungen und echtes Licht: wann Raytracing sichtbar besser aussieht und welche Grafikkarte das flüssig schafft.

Raytracing ist der Schalter in den Grafikeinstellungen, bei dem die Bildrate oft am stärksten einbricht und das Bild trotzdem nicht immer sichtbar besser wird. Dieser Ratgeber erklärt, was die Grafikkarte dabei tatsächlich rechnet, welche Stufe sich lohnt und ab welcher Karte du Raytracing anlassen kannst, ohne dass das Spiel ruckelt. Es geht nicht darum, welche Karte du kaufen sollst. Dafür gibt es die Auflösungs-Kaufberatungen. Und es geht nicht um den Vergleich von DLSS und FSR, also den beiden Verfahren, die ein kleineres Bild hochrechnen. Der steht in DLSS vs. FSR. Hier geht es nur um das Licht.
Kurz-Antwort für Eilige
Raytracing rechnet Lichtstrahlen nach. Spiegelungen und Schatten sehen dadurch korrekter aus, die Bildrate sinkt. Einzelne Effekte schafft eine aktuelle Mittelklasse in Full HD und WQHD (2560x1440 Bildpunkte) zusammen mit Upscaling. Volles Path Tracing, also Licht, Schatten und Spiegelungen in einem Modell, bleibt Karten wie RTX 5080 und RTX 5090 vorbehalten, und auch dort mit Upscaling.
Was sich im Bild wirklich ändert
Ohne Raytracing legt das Spiel Spiegelungen, Schatten und Licht vorab fest. Eine Pfütze zeigt dann oft eine fertige Textur, keinen echten Laternenmast. Schatten haben eine weiche Kante aus einer Textur, nicht aus der Form der Lampe. Mit Raytracing schickt die Grafikkarte Strahlen von der Kamera in die Szene und prüft, worauf sie treffen: Metall, Glas, eine nasse Straße oder eine matte Wand. Du siehst den Unterschied am ehesten bei Spiegelungen in Fenstern und Lack, bei Schatten von kleinen Lichtquellen und bei Licht, das um eine Ecke in einen Raum fällt.
In einem hellen Cartoon-Spiel oder bei einer festen Kamera über einer Arena fällt derselbe Schalter kaum auf. Raytracing lohnt sich in Spielen mit Nacht, Nässe, Innenräumen und vielen Lichtquellen. Wenn du den Unterschied in einem Standbild nicht siehst, bringt die Option dir nur weniger Bilder pro Sekunde.
Vier Stufen, vier sehr unterschiedliche Lasten
Die Einstellung heißt in vielen Spielen einfach nur Raytracing, meint aber sehr verschiedene Dinge. Eine Stufe rechnet nur Spiegelungen, eine andere das gesamte Licht. Diese Tabelle ist die Entscheidung, nicht eine Produktliste.
| Stufe | Was du siehst | Last |
|---|---|---|
| Spiegelungen | Nasse Straßen, Lack, Fenster zeigen die echte Szene | Mittel |
| Schatten | Schatten folgen der Lichtquelle statt einer festen Textur | Mittel |
| Globale Beleuchtung | Licht fällt um Ecken und färbt Wände | Hoch |
| Path Tracing | Spiegelung, Schatten und Licht in einem Modell | Sehr hoch |
Path Tracing ist die teure Stufe. Das Spiel rechnet nicht einen Effekt nach, sondern den Weg des Lichts über mehrere Absprünge. Cyberpunk 2077 mit Path Tracing, Alan Wake 2 oder Indiana Jones sehen dadurch ruhiger und physikalisch stimmiger aus. Dieselbe Grafikkarte, die normale Spiegelungen in WQHD locker schafft, kann bei Path Tracing unter 60 Bilder pro Sekunde fallen, selbst mit Upscaling. 60 Bilder pro Sekunde sind der Wert, ab dem Bewegung für die meisten flüssig wirkt.
Welche Karte welche Stufe schafft
Die Extra-Recheneinheiten dafür heißen bei NVIDIA RT-Kerne und sitzen auf den GeForce-RTX-Karten. AMD rechnet Raytracing auf den Radeon-RX-7000- und RX-9000-Karten ebenfalls, in den meisten Spielen mit weniger Reserve als eine vergleichbare RTX-Karte. Intel Arc kann es auch, ist bei schweren Stufen aber schneller am Limit. Der Unterschied der beiden großen Hersteller beim Rest des Ökosystems steht in NVIDIA vs. AMD.
| Kartenklasse | Full HD, einzelne Effekte | WQHD, hohe Stufe | 4K Path Tracing |
|---|---|---|---|
| RTX 5060, RX 9060 XT | Flüssig | Knapp, Stufe senken | Nicht sinnvoll |
| RTX 5070, RX 9070 | Locker | Flüssig mit Qualität-Upscaling | Nur einzelne Szenen |
| RTX 5070 Ti, RX 9070 XT | Locker | Flüssig | Möglich, Bildrate prüfen |
| RTX 5080, RTX 5090 | Übererfüllt | Flüssig | Ja, mit Upscaling |
Full HD bedeutet 1920x1080 Bildpunkte, 4K bedeutet 3840x2160. Je mehr Pixel, desto mehr Strahlen. Deshalb ist Raytracing in Full HD auf einer Mittelklasse alltagstauglich und in 4K auf derselben Karte oft nicht. Welche Karte zu deiner Auflösung passt, wenn Raytracing nicht die Priorität ist, steht in Beste Grafikkarten für 1440p und in Beste Grafikkarten für 4K.
Videospeicher wird bei Path Tracing knapp
Hohe Raytracing-Stufen legen zusätzliche Daten zu Licht und Geometrie in den Videospeicher (VRAM). 8 GB reichen 2026 für einzelne Effekte in Full HD. Für WQHD mit hoher Stufe und für Path Tracing sind 12 GB die Untergrenze, 16 GB die ruhige Wahl. Wie viel Speicher du außerhalb von Raytracing brauchst, steht im Ratgeber Wie viel VRAM brauche ich.
Wann du Raytracing anlässt
Lass es an, wenn du die Spiegelung in einer stehenden Szene sofort siehst und die Bildrate danach noch über deinem Monitor liegt. Ein 144-Hz-Monitor zeigt 144 Bilder pro Sekunde. Fällst du mit Raytracing von 160 auf 90, merkst du das. Fällst du von 90 auf 70 auf einem 60-Hz-Monitor, oft nicht. Einzelne Effekte auf mittel sind der beste Kompromiss: du behältst die nasse Straße und gibst nicht die halbe Bildrate für Licht um jede Ecke ab.
Story-Spiele mit Nacht und Innenräumen: hohe Stufe, wenn die Karte WQHD schafft.
Wettkampf-Shooter: aus. Du brauchst die Bildrate, die Spiegelung im Visier bringt dir nichts.
Mittelklasse-Karte: nur Spiegelungen oder die niedrigste Stufe, plus Upscaling auf Qualität.
Path Tracing: nur testen, wenn die Karte in der Tabelle oben in der letzten Spalte steht.
Wann du es auslässt
Aus, wenn die Bildrate unter die Wiederholrate deines Monitors rutscht und du den Unterschied im Lauf nicht siehst. Aus auch, wenn das Spiel nur eine pauschale Stufe anbietet und damit Path Tracing meint, deine Karte aber für einzelne Effekte gebaut ist. Viele Menüs setzen Raytracing beim ersten Start auf hoch, weil das im Screenshot gut aussieht. Das ist keine Empfehlung für dein System.
Ultra ist nicht automatisch besser
Eine Stufe höher bedeutet mehr Strahlen, nicht automatisch ein Bild, das du im Spiel bemerkst. Vergleiche zwei Screenshots an derselben Stelle, einmal mit der niedrigsten Stufe und einmal mit der höchsten. Wenn du sie ohne Lupe nicht unterscheidest, lass die niedrigere an und hol dir die Bilder pro Sekunde zurück.
Upscaling holt die Bildrate zurück
Raytracing und Upscaling gehören in der Praxis zusammen. Die Karte rechnet das Spiel intern in weniger Pixeln und setzt es auf deine Auflösung hoch. NVIDIA nennt das DLSS, AMD nennt es FSR. Auf Qualität siehst du in WQHD meist keinen weichen Brei, gewinnst aber den Spielraum, den die Lichtberechnung kostet. Frame Generation, also künstlich eingefügte Zwischenbilder, erhöht die angezeigte Bildrate noch einmal, die Eingabe bleibt aber an den echten Bildern hängen. Für Shooter ist das der falsche Hebel, für eine langsame Story oft in Ordnung. Welche weiteren Schalter die Bildrate heben, ohne das Licht anzufassen, steht in FPS erhöhen.
So testest du es in einem Spiel
Stell eine feste Stelle ein: Nacht, nasse Fläche oder ein Innenraum mit einer Lampe.
Schalt Raytracing aus und lies die Bilder pro Sekunde ab. Das ist deine Basis.
Schalt nur die niedrigste Stufe ein. Bleibt die Bildrate über 60, lass sie an.
Geh eine Stufe höher. Fällt die Bildrate unter die Wiederholrate des Monitors, geh zurück.
Leg Upscaling auf Qualität, bevor du die Stufe wieder anhebst.
Path Tracing nur als letzten Schritt, und nur wenn die Karte dafür in der Tabelle steht.
Zwei Minuten an einer Stelle sagen mehr als eine Preset-Zeile namens Ultra. Speichere die Einstellung pro Spiel. Was in einem Story-Titel richtig ist, ist im nächsten Shooter falsch. Die Karte bleibt dieselbe, die Last nicht.
Ältere Karten: anlassen oder aus
Eine RTX 3060 oder RTX 4060 kann einzelne Spiegelungen in Full HD noch darstellen. Dieselbe Karte mit Path Tracing in WQHD wirkt oft nur noch wie eine Dia-Show. Radeon RX 6000 rechnet Raytracing ebenfalls, mit noch weniger Reserve als die Generation danach. Wenn deine Karte vor 2025 gekauft wurde, stell die Stufe auf niedrig oder auf aus und prüfe die Bildrate an einer festen Stelle. Ein Upscaling auf Qualität holt oft mehr Spielbarkeit zurück als der Sprung von mittel auf hoch.
Ein Neukauf nur wegen des Schalters lohnt sich, wenn du in WQHD oder 4K spielst und die hohe Stufe dauerhaft anlassen willst. Für Full HD mit einzelnen Effekten reicht eine aktuelle Mittelklasse. Kauf die Karte für die Auflösung deines Monitors und behandle Raytracing als Extra, das du pro Spiel einschaltest. Ein Preset namens Ultra im Menü ist keine Aussage darüber, ob deine Karte das durchhält.
Drei RTX-Karten, die zum Raytracing passen
Drei Karten aus der Tabelle oben, als konkrete Modelle. Die RTX 5060 Ti mit 16 GB Videospeicher reicht für einzelne Effekte in Full HD und für knappes WQHD. Die RTX 5070 Ti ist die Stufe, auf der hohe Raytracing-Einstellungen in WQHD zusammen mit Upscaling flüssig bleiben. Die RTX 5080 ist die Karte, bei der Path Tracing in 4K mit Upscaling sinnvoll wird. Preise schwanken, die Rolle der Karte nicht.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich eine NVIDIA-Grafikkarte für Raytracing?▼
Nein. Auch aktuelle Radeon-Karten rechnen Raytracing. NVIDIA hat bei hohen Stufen und bei Path Tracing in den meisten Spielen mehr Reserve. Für einzelne Spiegelungen reicht eine aktuelle Mittelklasse beider Hersteller.
Ist Path Tracing dasselbe wie Raytracing?▼
Path Tracing ist die umfassende Form. Raytracing kann nur Schatten oder nur Spiegelungen meinen. Path Tracing rechnet diese Effekte gemeinsam über mehrere Lichtabsprünge und kostet deutlich mehr Bildrate.
Warum sinkt die Bildrate im Menü manchmal stärker als im Spiel?▼
Im Menü begrenzt oft nichts die Bilder pro Sekunde. Die Karte rechnet dann sehr viele Strahlen pro Sekunde. Ein FPS-Limit auf die Wiederholrate des Monitors nimmt diese Spitze weg.
Reichen 8 GB Videospeicher für Raytracing?▼
Für einzelne Effekte in Full HD oft ja. Für WQHD mit hoher Stufe und für Path Tracing werden 8 GB 2026 knapp. 12 GB sind die Untergrenze, 16 GB die ruhige Wahl.
Soll ich Raytracing in Shootern anlassen?▼
In der Regel nein. Du gewinnst eine Spiegelung und verlierst Bilder pro Sekunde, die du zum Zielen brauchst. Lass die Stufe aus und nutze die Reserve für eine höhere Bildrate.
Grafikkarte passend zur Auflösung wählen
Stell den PC so zusammen, dass die Karte zu deinem Monitor passt, bevor du Raytracing auf Ultra stellst.
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