FPS erhöhen: 8 Tipps für mehr Performance (2026)
Von DLSS-Einstellungen bis GPU Undervolting – so holst du mehr FPS raus, mit ehrlicher Einschätzung was wirklich hilft und was nicht
Mehr FPS ohne neue Hardware – das klingt nach einem Versprechen das selten hält. Aber tatsächlich lässt sich mit den richtigen Einstellungen auf den meisten Systemen 10–80% mehr FPS herausholen. Der Trick: die Hebel in der richtigen Reihenfolge ansetzen. Dieser Guide erklärt nicht nur was funktioniert, sondern auch wo die Grenzen liegen – besonders bei Technologien wie DLSS Frame Generation, die viele FPS zeigen aber auch echte Nachteile mitbringen.
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1. DLSS / FSR auf Quality-Modus aktivieren → 30–80% mehr FPS, kaum sichtbarer Qualitätsverlust. 2. Settings von Ultra auf Hoch senken → 15–30% mehr FPS, minimal schlechteres Bild. 3. XMP/EXPO im BIOS aktivieren → 5–15% mehr FPS ohne Kosten, einfach vergessen.
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1. DLSS / FSR / XeSS aktivieren – der größte Einzelhebel
DLSS (NVIDIA) und FSR (AMD) sind Upscaling-Technologien: Das Spiel rendert in einer niedrigeren Auflösung, die KI/Algorithmus skaliert das Bild dann hoch auf deine Zielauflösung. Das Ergebnis: deutlich mehr FPS bei überraschend gutem Bildqualität – wenn du den richtigen Modus wählst. DLSS nutzt eine KI (neuronales Netz, trainiert auf NVIDIA-Hardware), FSR 4 arbeitet ebenfalls mit Machine Learning. XeSS ist Intels Variante und funktioniert auf allen GPUs, aber am besten auf Intel Arc.
| Modus | Render-Auflösung | FPS-Gewinn | Bildqualität | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Quality | ~77% der Zielauflösung | +30–50% | Sehr gut – kaum Unterschied | Täglich-Empfehlung für 1440p/4K |
| Balanced | ~67% der Zielauflösung | +45–65% | Gut – leichte Weichheit | Guter Kompromiss |
| Performance | ~50% der Zielauflösung | +70–100% | Sichtbare Artefakte möglich | Nur für 4K → 1440p sinnvoll |
| Ultra Performance | ~33% der Zielauflösung | +100–200% | Deutliche Qualitätsverluste | Nur für Screenshoter bei 8K |
DLSS/FSR: Ehrliche Einschätzung der Nachteile
Upscaling ist kein Freifahrtschein – es gibt echte Abzüge die je nach Spiel und Modus relevant sein können. Ghost-Artefakte: Bei schnellen Bewegungen entstehen in Performance/Ultra-Performance-Modus manchmal ghosting trails – besonders an Haaren, Vegetation und Partikeleffekten. FSR 3/4 zeigt diese häufiger als DLSS 4 Quality. Weichheit: Besonders auf 1080p-Monitoren kann Quality-Modus das Bild leicht weicher wirken lassen, da die native Renderauflösung dann nur ~830p beträgt. Auf 1440p und 4K ist DLSS Quality kaum von nativem Rendering zu unterscheiden. HUD/UI-Elemente: Manche Spiele rendern HUD-Elemente vor dem Upscaling – diese sehen dann unscharf aus. Das ist ein Implementierungsfehler des jeweiligen Spiels, nicht von DLSS/FSR.
DLSS Frame Generation: Vorsicht bei Competitive Games
DLSS Frame Generation (DLSS 3/4) und AMD Fluid Motion Frames generieren zusätzliche Frames zwischen echten Frames – der FPS-Counter steigt massiv. Aber: Diese künstlichen Frames erhöhen die wahrgenommene Latenz (Input Lag), weil zwischen deinem Input und dem generierten Frame ein Delay entsteht. Das ist spürbar in schnellen Competitive-Spielen (CS2, Valorant, Apex). Empfehlung: Frame Generation in Story-Spielen und Open-World-Titeln aktivieren. In Competitive-Shootern deaktiviert lassen – native FPS + natives Upscaling (ohne FG) ist reaktionsschneller.
DLSS/FSR richtig einsetzen: Wann und welchen Modus?
1080p-Monitor: FSR/DLSS Quality oder Balanced – aber kritisch vergleichen, manche Spiele sehen bei 1080p native besser aus. 1440p: DLSS Quality ist nahezu identisch zu nativ, empfohlen. 4K: DLSS Quality oder Balanced, Performance-Modus funktioniert gut. Competitive Games: Kein Frame Generation, aber normales Upscaling ist okay wenn die FPS dadurch stabil über 144 bleiben.
2. GPU-Treiber aktualisieren
NVIDIA und AMD optimieren ihre Treiber regelmäßig für neue Spiele. Ein veralteter Treiber kann 10–20% weniger FPS bei neuen Titeln bedeuten. Bei NVIDIA: GeForce Experience oder manuell über nvidia.com. Bei AMD: AMD Software Adrenalin Edition. Wichtig: Nach einem Treiberupdate alten Treiber deinstallieren und neu installieren statt nur updaten – so werden veraltete Shader-Caches geleert.
Saubere Treiber-Installation
Nutze DDU (Display Driver Uninstaller, kostenlos) um den alten Treiber rückstandslos zu entfernen bevor du den neuen installierst. Das verhindert Konflikte zwischen alten und neuen Treiber-Dateien – besonders nach Generationswechseln (z.B. von RTX 40xx auf RTX 50xx Treiber).
3. In-Game Einstellungen optimieren
Nicht alle Settings kosten gleich viel Performance. Die folgende Tabelle zeigt welche Einstellungen FPS-hungrig sind und welche kaum kosten – aber gut aussehen:
| Setting | FPS-Kosten | Sichtbarer Effekt | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Render Scale / Auflösung | Sehr hoch | Sehr hoch | DLSS/FSR nutzen statt native 4K |
| Ray Tracing | Sehr hoch (30–60%) | Situationsabhängig | Nur auf RTX 4080+ aktivieren |
| Schatten (Shadow Quality) | Hoch (10–20%) | Mittel | Hoch statt Ultra reicht |
| Sichtweite (View Distance) | Mittel–Hoch | Groß in Open World | Auf Hoch belassen |
| Vegetation / Foliage | Mittel | Sichtbar in Natur-Spielen | Mittel reicht für die meisten |
| Textur-Qualität | Niedrig (VRAM-abhängig) | Deutlich bei nah | Auf Hoch lassen |
| Ambient Occlusion (AO) | Mittel | Subtil | HBAO statt HDAO |
| Anti-Aliasing (ohne Upscaling) | Mittel | Mittel | DLSS/FSR nutzen statt TAA/MSAA |
Hoch statt Ultra ist das beste Verhältnis
Der Unterschied zwischen Hoch und Ultra ist visuell minimal, kostet aber 10–30% FPS. Zwischen Mittel und Hoch ist der Qualitätsprung größer, die Kosten aber ähnlich. Sprich: Alles auf Hoch und Schatten auf Mittel ist für die meisten Spiele die optimale FPS/Qualitäts-Balance.
4. NVIDIA Control Panel / AMD Software optimieren
Energieverwaltungsmodus: Maximale Leistung bevorzugen – verhindert dass GPU auf niedrige Taktraten drosselt wenn FPS kurz einbrechen
Texture Filtering Quality: Leistung – kaum sichtbarer Unterschied, leicht mehr FPS
Low Latency Mode: Ultra – reduziert Input Lag in GPU-limitierten Szenarien
Maximale Frame Rate: Auf 1–2 FPS unter deinem Monitor-Refresh begrenzen für stabileres Frametiming (z.B. 143 FPS bei 144Hz-Monitor)
NVIDIA Reflex (in kompatiblen Spielen): Immer aktivieren – reduziert Latenz ohne FPS-Kosten
Schritt-für-Schritt: Alle NVIDIA-Einstellungen im Detail
Die komplette Anleitung mit jeder einzelnen Einstellung in NVIDIA App und Control Panel – inklusive DLSS-Override, Reflex und Shader-Cache – findest du in unserem ausführlichen Guide: NVIDIA-Einstellungen für mehr FPS.
AMD-Nutzer: Radeon Software Einstellungen
In AMD Software Adrenalin: Modus auf Leistung stellen. Anti-Lag aktivieren (entspricht NVIDIA Reflex). Radeon Boost kann in manchen Spielen FPS erhöhen, verschlechtert aber Bildqualität ähnlich wie dynamische Auflösung. HYPR-RX (Kombination aus FSR + Frame Generation) im Überblick abwägen – gleiches Input-Lag-Problem wie DLSS FG gilt auch hier.
5. Windows für Gaming optimieren
Game Mode aktivieren: Einstellungen → Gaming → Spielmodus → Ein (priorisiert CPU-Ressourcen für das Spiel)
Hardware-beschleunigte GPU-Planung (HAGS): Einstellungen → Anzeige → Grafikeinstellungen → Ein (reduziert CPU-Overhead bei GPU-intensiven Spielen)
Energieplan: Höchstleistung – Systemsteuerung → Energieoptionen → Höchstleistung aktivieren
Xbox Game Bar deaktivieren: Einstellungen → Gaming → Xbox Game Bar → Aus (spart Hintergrund-Ressourcen)
Startprogramme minimieren: Task-Manager → Autostart – alles deaktivieren was nicht beim Gaming gebraucht wird
HAGS und Game Mode: Wirklich hilfreich?
Game Mode hilft messbar in Spielen die CPU-Threads mit Hintergrundprozessen teilen. HAGS bringt in GPU-limitierten Spielen (die meisten Single-Player-Titel) 1–5% mehr FPS, kann aber in manchen Spielen Stuttering verursachen. Wenn du nach Aktivierung von HAGS Mikroruckler bekommst: einfach wieder deaktivieren.
Hardware-Optimierungen – ohne neue Teile kaufen
6. XMP/EXPO aktivieren – kostenlose 5–15% mehr FPS
Ohne XMP/EXPO läuft dein DDR5-RAM nur mit dem JEDEC-Basistakt (4800 MHz), egal ob du DDR5-6000 oder DDR5-7200 gekauft hast. Das kostet 5–15% FPS, besonders in CPU-limitierten Spielen wie CS2, Valorant oder Minecraft. BIOS öffnen (Entf beim Starten), XMP (Intel) oder EXPO (AMD) aktivieren, speichern, fertig. Das ist kein Overclocking – es aktiviert lediglich den vom Hersteller garantierten Takt.
Besonders wichtig bei AMD Ryzen
AMD Ryzen-CPUs reagieren besonders stark auf RAM-Geschwindigkeit. Bei DDR5-6000 mit Infinity Fabric @ 3000 MHz (1:1 Mode) vs. 4800 MHz können die FPS-Unterschiede in Games wie CS2 bis zu 20% betragen. Ryzen 7000/9000 ist auf DDR5-6000 optimiert – das ist der Sweet Spot.
7. GPU Undervolting – manchmal mehr FPS durch weniger Spannung
Undervolting kann die FPS in manchen Fällen sogar erhöhen: Wenn deine GPU thermisch limitiert (Thermal Throttling, z.B. über 85°C) oder Power-limitiert ist, senkt weniger Spannung die Temperatur – und die GPU kann ihren Boost-Takt länger aufrechterhalten. Tools: MSI Afterburner (Voltage/Frequency Curve Editor). Für NVIDIA-GPUs gibt es etablierte Undervolting-Profile. Wichtig: Das ist kein Overclocking und daher sicherer – du verringerst die Spannung und prüfst ob der Takt stabil bleibt.
Wann lohnt sich Undervolting?
Undervolting hilft wenn deine GPU-Temperatur regelmäßig über 85°C steigt und der Boost-Takt daraufhin schwankt. Liegt sie dauerhaft unter 80°C und der Takt ist stabil, bringt Undervolting keine FPS-Vorteile – aber reduziert Strom und Wärme. Mit MSI Afterburner: Voltage/Frequency Curve Editor (Strg+F) → Span auf niedrigere Spannung verschieben → testen.
8. Resizable BAR / Smart Access Memory aktivieren
Resizable BAR (NVIDIA) bzw. Smart Access Memory (AMD/SAM) erlaubt der CPU, auf den gesamten GPU-VRAM zuzugreifen statt auf 256 MB Fenster aufeinmal. Das reduziert Wartezeiten beim Laden von Texturen und Assets. Effekt: 3–12% mehr FPS in kompatiblen Spielen, besonders in Open-World-Titeln. Voraussetzungen: BIOS-Update auf neuem Mainboard, Resizable BAR im BIOS aktivieren (unter PCIe oder Advanced Settings), NVIDIA-Treiber aktuell. Bei AMD-Systemen mit Ryzen + Radeon ist SAM oft automatisch aktiviert.
Resizable BAR im BIOS finden
Im BIOS unter: Advanced → PCIe Slot Settings → Resizable BAR: Enabled (Wording variiert je nach Hersteller: MSI nennt es "Re-Size BAR Support", ASUS "Above 4G Decoding + Resizable BAR"). Mainboard muss BIOS-Update ab ca. 2021 haben. NVIDIA-GPUs: RTX 30xx und neuer. AMD: RX 6000 und neuer.
CPU-Bottleneck: Wann hilft Software-Optimierung nicht mehr?
Alle obigen Tipps helfen wenn die GPU der Engpass ist. Ist aber deine CPU das Bottleneck – also die CPU-Auslastung bei 95–100% während die GPU bei 60–70% liegt – helfen GPU-Settings wenig. Häufiges CPU-Bottleneck-Szenario: Ältere CPU (z.B. Ryzen 5 3600, Core i5-9xxx) mit neuer RTX 4070 oder ähnlichem. Erkennbar mit: MSI Afterburner + RivaTuner (HUD einblenden lassen mit CPU und GPU Usage). Lösung: Niedrigere Auflösung oder CPU-Upgrade. Für eine neue Gaming-CPU schau in unsere aktuelle Kaufberatung.
FPS-Counter lügt manchmal
Wenn du DLSS Frame Generation aktivierst und die FPS-Anzeige von 80 auf 160 springt, deine Eingabelatenz aber schlechter wird: Das ist ein klassischer Fall von "künstlichen FPS". Wichtig ist der 1% Low FPS (minimale FPS) und die Latenz in Millisekunden – nicht nur der Peak-FPS-Wert. NVIDIA Reflex Analyzer zeigt die echte Systemlatenz.
Fazit: Priorisierung der FPS-Tipps
Die Reihenfolge nach Wirkung: 1. XMP/EXPO (kostenlos, im BIOS, sofort), 2. DLSS/FSR Quality-Modus (größter Einzel-Boost, kaum Qualitätsverlust), 3. Settings von Ultra auf Hoch (15–30% FPS), 4. GPU-Treiber aktuell halten. Wenn das nicht reicht: Resizable BAR, Undervolting, NVIDIA Control Panel optimieren. Frame Generation nur für Single-Player-Spiele einsetzen – in Competitive Games bringt die reduzierte Eingabelatenz durch natives Rendering mehr als künstliche FPS.
FPS-Grundlagen und weitere Performance-Tipps
Häufig gestellte Fragen
Ist DLSS/FSR immer besser als native Auflösung?▼
Nein, nicht immer. Bei 1080p-Monitoren kann DLSS Quality das Bild leicht weicher wirken lassen, weil die Renderauflösung dann nur etwa 720–830p beträgt. Auf 1440p und 4K ist DLSS Quality kaum von nativem Rendering zu unterscheiden. Wichtig: Immer Quality- oder Balanced-Modus nutzen, Performance- und Ultra-Performance-Modus nur wenn die GPU sehr stark ist (RTX 4080+) oder du auf einem 4K-Monitor spielst.
Warum haben DLSS Frame Generation und AMD Fluid Motion Frames mehr Input Lag?▼
Frame Generation fügt zwischen zwei echten gerenderten Frames einen künstlichen Frame ein. Dieser künstliche Frame basiert auf den vorherigen Frames, nicht auf dem aktuellen Moment. Das bedeutet: Der Moment in dem du die Maus bewegst erscheint erst 1–2 Frames später im generierten Bild – das ist spürbare Latenz. Bei 30 nativen FPS mit Frame Generation auf 60 FPS ist die Latenz fast doppelt so hoch. Bei 80+ nativen FPS mit Frame Generation auf 160 FPS ist der Effekt geringer, aber immer noch messbar.
Was bringt XMP/EXPO für FPS?▼
Durchschnittlich 5–15%, in manchen Spielen bis zu 20%. Besonders profitieren CPU-limitierte Szenarien: CS2, Valorant, Minecraft, Simulator-Spiele. Ryzen-CPUs sind sehr RAM-sensitiv – bei AMD Ryzen 7000/9000 ist DDR5-6000 der Sweet Spot für optimales Verhältnis zwischen FPS und Stabilität. Ohne XMP/EXPO verpasst du dieses Potenzial komplett.
Wie erkenne ich ob mein System CPU- oder GPU-bottlenecked ist?▼
Einfachste Methode: MSI Afterburner + RivaTuner Statistics Server installieren, In-Game-HUD aktivieren mit CPU Usage (alle Kerne) und GPU Usage. Wenn GPU bei 95–100% und CPU bei 50–60%: GPU-Bottleneck → GPU-Settings optimieren hilft. Wenn CPU bei 95–100% und GPU bei 60–70%: CPU-Bottleneck → niedrigere Auflösung oder CPU-Upgrade notwendig.
Lohnt sich Resizable BAR / SAM auf meinem System?▼
Ja, wenn du eine RTX 30xx/40xx/50xx oder RX 6000/7000/9000 mit einem Board ab ca. 2020 hast. Der Gewinn beträgt 3–12% in kompatiblen Spielen (Cyberpunk, God of War, Forza Horizon profitieren stark). In manchen älteren Spielen macht es keinen Unterschied. Da es kostenlos ist und keine Risiken hat, einfach aktivieren und testen.
Wenn Software nicht mehr reicht: Hardware-Upgrade
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