NVIDIA oder AMD? Welche Grafikkarte 2026 zu dir passt
Raytracing, Streaming, KI, Videospeicher und Preis: wann GeForce, wann Radeon und wann Intel Arc die bessere Wahl ist.

Symbolbild, KI-generiert zur Illustration.
NVIDIA oder AMD? Wenn du zwischen einer GeForce-Karte (von NVIDIA) und einer Radeon-Karte (von AMD) schwankst, hilft dir ein Blick auf deinen Alltag mehr als ein Blick auf die Modellnummer. Wer ohne Raytracing spielt und aufs Geld achtet, fährt mit AMD oft sehr gut. Wer Raytracing, Streaming oder lokale KI-Programme nutzt, ist bei NVIDIA meist besser aufgehoben. Ist das Budget knapp, lohnt sich ein Blick auf Intel Arc, den dritten Hersteller.
In diesem Artikel gehen wir die Unterschiede der Reihe nach durch, jeweils mit Blick auf das, was du im Alltag merkst. Am Ende siehst du drei Kartenpaare aus derselben Klasse mit aktuellen Preisen. Welches einzelne Modell du kaufst, entscheidest du danach.
Kurz gesagt
NVIDIA passt, wenn du Raytracing, Streaming, Videoschnitt oder lokale KI willst. AMD passt, wenn du ohne Raytracing spielst und für dein Geld viel Videospeicher möchtest. Intel Arc passt, wenn das Budget eng ist und du trotzdem 12 GB Videospeicher brauchst.
GeForce, Radeon, Arc: Wer ist wer?
NVIDIA verkauft Grafikkarten unter dem Namen GeForce RTX, AMD unter dem Namen Radeon RX und Intel unter dem Namen Arc. Die fertigen Karten bauen meist Partnerfirmen wie ASUS, MSI, Gigabyte, Sapphire oder XFX. Sie setzen den Chip des Herstellers auf eine Platine und fügen eine eigene Kühlung hinzu. Du kaufst also selten „eine NVIDIA“, sondern die Karte eines Partners mit NVIDIA-Chip.
Liest du in älteren Foren noch von „ATI“, ist das der frühere Hersteller der Radeon-Karten. AMD hat ihn 2006 gekauft, seit 2010 steht nur noch AMD auf den Karten. Ein Vergleich „NVIDIA gegen ATI“ meint heute deshalb NVIDIA gegen AMD Radeon.
NVIDIA oder AMD auf einen Blick
Keine Marke ist durchgehend besser. Die Übersicht zeigt, wo jede ihre Stärken hat, und die Tabelle darunter ordnet das deinem Alltag zu.
NVIDIA GeForce und AMD Radeon im Vergleich
NVIDIA GeForce
8/10Einschätzung
Vorteile
- Deutlich schneller bei Raytracing und Path Tracing
- Der Encoder NVENC ist beim Streamen und Aufnehmen der Standard
- CUDA wird von vielen KI- und Videoprogrammen zuerst unterstützt
- DLSS steckt in besonders vielen Spielen
Nachteile
- In der Mittelklasse teils weniger Videospeicher (12 statt 16 GB)
- In unseren Beispielpaaren bei gleicher Klasse teurer
- Du zahlst für Funktionen mit, die du ohne Raytracing kaum nutzt
AMD Radeon
8/10Einschätzung
Vorteile
- 16 GB Videospeicher schon in der Mittelklasse
- Ohne Raytracing meist ebenbürtig, in unseren Paaren günstiger
- Treiber und Einstellungen in einem Programm (Adrenalin)
- Unter Linux meist unkomplizierter
Nachteile
- Bei Raytracing und besonders bei Path Tracing langsamer
- Encoder und KI-Software sind die schwächere Seite, die Lücke wird aber kleiner
- Die neueste Frame Generation läuft nur auf der RX-9000-Reihe
| Dein Alltag | NVIDIA | AMD | Intel Arc |
|---|---|---|---|
| Spielen mit Raytracing | Klarer Vorteil | Geht, aber mit Abstrichen | Nur in leichten Fällen |
| Spielen ohne Raytracing in 1440p | Sehr gut, oft teurer | Sehr gut, oft günstiger | Gut, wenn das Budget knapp ist |
| Streamen oder Aufnehmen | Beste Wahl, viele Anleitungen | Brauchbar, Abstand wird kleiner | Guter AV1-Encoder, weniger Anleitungen |
| Lokale KI-Programme | Geringste Hürden | Möglich, mehr Einrichtungsaufwand | Selten die erste Wahl |
| Linux als Betriebssystem | Läuft mit Herstellertreiber | Meist unkomplizierter | Vor dem Kauf prüfen |
Raytracing: der größte Unterschied
Raytracing rechnet Licht, Schatten und Spiegelungen im Spiel physikalisch nach, statt sie nur zu simulieren. Das sieht realistischer aus, kostet aber viel Rechenleistung. Path Tracing ist die aufwendigste Stufe davon. Beide Hersteller haben dafür eigene Bereiche im Chip, bei NVIDIA ist der Vorsprung bisher aber deutlich.
Wie groß der Abstand ist, hängt vom Spiel ab. Bei leichtem Raytracing liegen die Karten eng beieinander. Bei Path Tracing wird er groß: Im Test von TechSpot schafft die RTX 5070 Ti in The Witcher 3 Remastered mit Path Tracing in 4K (mit Upscaling auf der Stufe Performance) 40 Bilder pro Sekunde, die RX 9070 XT nur 23.
Ohne Raytracing sieht es anders aus. Dort liegen RTX 5070 Ti und RX 9070 XT nah beieinander, mal führt die eine, mal die andere. Wer Raytracing ohnehin ausschaltet, zahlt bei NVIDIA also oft für etwas, das er nicht nutzt. Die einzelnen Stufen und welche Kartenklasse welche schafft, erklärt der Artikel Raytracing erklärt.
Upscaling, Zwischenbilder und Verzögerung
Beim Upscaling rechnet das Spiel in einer niedrigeren Auflösung, und die Karte rechnet das Bild per KI auf die Auflösung deines Monitors hoch. Das bringt mehr Bilder pro Sekunde. NVIDIA nennt das DLSS, AMD nennt es FSR. Bei der Bildqualität liegen beide inzwischen nah beieinander, DLSS steckt aber in mehr Spielen. AMDs KI-Variante läuft seit Juni 2026 nicht nur auf der Radeon RX 9000, sondern auch auf der RX 7000.
Bei Frame Generation (die Karte schiebt zusätzlich berechnete Bilder zwischen die echten) ist der Unterschied größer: Bei AMD bleibt die neueste Form der RX-9000-Reihe vorbehalten. NVIDIA bietet auf der RTX-50-Reihe die Multi Frame Generation, die bis zu drei Zwischenbilder pro echtem Bild erzeugt. Beides erhöht die angezeigten Bilder, macht eine zu schwache Karte aber nicht wirklich schneller. Den Vergleich im Detail liefert DLSS und FSR im Vergleich.
Gegen die Verzögerung zwischen Mausklick und Bild gibt es bei NVIDIA Reflex und bei AMD Anti-Lag 2. Beide machen im Prinzip dasselbe und helfen vor allem in Shootern. In einem Story-Spiel mit 80 Bildern pro Sekunde merkst du es kaum.
Streamen und Aufnehmen
Moderne Grafikkarten haben einen eigenen Bereich zum Umwandeln von Videos, den Encoder. Dadurch kostet Aufnehmen oder Streamen kaum Spielleistung. Bei NVIDIA heißt er NVENC, bei AMD AMF. NVENC gilt weiter als Standard: Bei gleicher Datenrate sieht das Bild laut Tests etwas sauberer aus, und für OBS (das gängige kostenlose Streaming-Programm) gibt es mehr Anleitungen.
AMD hat mit der RX-9000-Reihe aufgeholt, weil der AV1-Encoder jetzt B-Frames kann. Das ist eine Technik, die bei gleicher Datenrate bessere Qualität bringt. Wer nur gelegentlich aufnimmt, merkt kaum einen Unterschied. Wer mehrmals pro Woche streamt, fährt mit NVIDIA bequemer. Was sonst zu einem Stream-PC gehört, steht in Streaming-PC zusammenstellen.
Lokale KI, Videoschnitt und Linux
Viele Programme für lokale KI (zum Beispiel Sprachmodelle auf dem eigenen PC) und für Videoschnitt sind zuerst für CUDA geschrieben, NVIDIAs Programmierschnittstelle. AMD hat dafür ROCm. Seit Version 7.2 unterstützt es offiziell auch die Radeon RX 9070 und RX 9070 XT unter Windows, und viele Programme laufen zusätzlich über eine andere Schnittstelle namens Vulkan. Der Haken: Du musst mehr einrichten, und manche Zusatzprogramme laufen nur mit CUDA. Wenn lokale KI ein Hauptgrund für die Karte ist, nimm NVIDIA. Die längere Einordnung steht in Lohnt sich ein KI-PC?.
Unter Linux gilt AMD als unkomplizierter, weil die Treiber offen und meist schon im System enthalten sind. NVIDIA läuft ebenfalls, braucht in der Regel aber den Treiber des Herstellers. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Spiel oder Programm mit der Karte getestet ist.
Videospeicher und Preis in derselben Klasse
Der Videospeicher (VRAM) ist der Speicher auf der Grafikkarte, in dem Texturen und Spielwelt liegen. Reicht er nicht, bricht die Bildrate ein. In der Mittelklasse gibt AMD den Karten 2026 oft 16 GB, NVIDIA der RTX 5070 nur 12 GB, erst die RTX 5070 Ti hat wieder 16. Wie viel du für welche Auflösung brauchst, zeigt Wie viel VRAM brauche ich?.
Wie das im Shop aussieht, zeigen drei Kartenpaare aus derselben Klasse mit aktuellen Amazon-Preisen. In der Oberklasse kostet die RTX 5070 Ti 1.259,00 Euro und die RX 9070 XT 699,00 Euro, also 560,00 Euro weniger bei AMD. In der Mittelklasse kostet die RTX 5070 mit 12 GB 825,89 Euro und die RX 9070 mit 16 GB 698,58 Euro, hier sind es 127,31 Euro weniger und 4 GB mehr Videospeicher. In der Einstiegsklasse kostet die RTX 5060 Ti mit 16 GB 719,47 Euro und die RX 9060 XT mit 16 GB 572,89 Euro, also 146,58 Euro weniger.
Das heißt nicht, dass AMD immer billiger ist. Die Preise ändern sich wöchentlich, und die RTX 5070 Ti ist bei Raytracing deutlich schneller. Der Preisabstand ist am Ende der Preis für die NVIDIA-Funktionen. Nutzt du sie, kann er sich lohnen. Nutzt du sie nicht, bezahlst du ihn umsonst.
Preisverlauf der beiden Oberklasse-Karten, letzte 90 Tage
Tiefster Amazon-Preis pro Tag: Bleibt der Abstand zwischen den Marken stabil?
Zum Verlauf: Die RTX 5070 Ti ist in 90 Tagen von 999,00 auf 1.259,00 Euro gestiegen, die RX 9070 XT von 649,00 auf 699,00 Euro gestiegen. Das ist eine Momentaufnahme und keine Prognose.
Intel Arc: die dritte Option
Intel verkauft seit 2022 Grafikkarten unter dem Namen Arc. Die Arc B580 hat 12 GB Videospeicher und kostet aktuell 373,93 Euro. Damit ist sie für Spiele in Full HD (1080p, also 1920 × 1080 Bildpunkte) und Einstiegs-WQHD (1440p) interessant, wenn dein Budget für die beiden anderen Hersteller zu knapp ist. Der Haken: Der Treiber belastet den Prozessor stärker, schwächere Prozessoren können die Karte ausbremsen. Raytracing, CUDA und den Encoder-Komfort von NVIDIA bietet sie nicht. Alles Weitere steht im Test der Intel Arc B580.
So entscheidest du
Du streamst regelmäßig, schneidest Videos oder willst lokale KI nutzen: Nimm NVIDIA. Die Programme dafür sind darauf am besten vorbereitet.
Du spielst in 1440p (2560 × 1440 Bildpunkte) ohne Raytracing und willst sparen: Prüfe AMD zuerst. In der Mittelklasse bekommst du mehr Videospeicher zum gleichen oder niedrigeren Preis.
Du willst Path Tracing als Standard einschalten: Nimm NVIDIA. AMD ist hier 2026 noch deutlich langsamer.
Du nutzt Linux: Prüfe AMD zuerst, es sei denn, ein Programm verlangt ausdrücklich CUDA.
Dein Budget liegt bei rund 400 Euro und du willst 12 GB Videospeicher: Schau dir Intel Arc an.
Du weißt schon, welche Marke es wird: Such dir jetzt in der Grafikkarten-Kaufberatung das passende Modell aus.
Kein Markenstreit nötig
Weder „NVIDIA ist immer besser“ noch „AMD ist immer das bessere Geschäft“ stimmt. Entscheidend ist, was du mit der Karte tust. Und die richtige Marke in der falschen Leistungsklasse bleibt die falsche Karte.
Fazit
NVIDIA ist das Paket aus Raytracing, Encoder und KI-Software. AMD bietet ohne Raytracing viel Leistung und Videospeicher für das Geld. Intel Arc ist die günstige Einstiegsoption mit 12 GB. Wenn du dich für eine Marke entschieden hast, tauschst du sie später nur mit der ganzen Karte, deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf ehrlich auf den eigenen Alltag zu schauen.
Häufig gestellte Fragen
Ist NVIDIA besser als AMD?▼
Nicht pauschal. NVIDIA ist besser bei Raytracing, beim Encoder für Streams und bei KI-Programmen. AMD ist oft die bessere Wahl, wenn du ohne Raytracing spielst und für dein Geld viel Videospeicher möchtest. Ohne deinen Alltag lässt sich die Frage nicht beantworten.
Was ist der Unterschied zwischen ATI und AMD Radeon?▼
ATI war der frühere Hersteller der Radeon-Grafikkarten. AMD hat ihn 2006 gekauft, und seit 2010 steht nur noch AMD auf den Karten. Ein Vergleich von NVIDIA und ATI ist heute also ein Vergleich von NVIDIA und AMD Radeon.
Kann ich eine AMD-Grafikkarte mit einem Intel-Prozessor nutzen?▼
Ja. Grafikkarte und Prozessor müssen nicht vom selben Hersteller sein. Eine Radeon läuft mit Intel-Prozessor, eine GeForce mit Ryzen. Wichtig sind der PCIe-Steckplatz und ein ausreichend starkes Netzteil.
Brauche ich NVIDIA, wenn ich streamen will?▼
Nicht zwingend, aber es ist der bequemere Weg. NVENC ist in OBS der Standard, den die meisten Anleitungen voraussetzen. AMD hat mit der RX-9000-Reihe aufgeholt, braucht aber oft etwas mehr Feintuning.
Welche Marke ist besser für lokale KI?▼
NVIDIA, solange deine Programme CUDA erwarten. Das ist bei den meisten Anleitungen und Modellen der Fall. AMD funktioniert mit ROCm oder Vulkan, ist aber nicht der Weg des geringsten Widerstands.
Ist AMD unter Linux die bessere Wahl?▼
Meist ja, weil die Treiber offen und im System enthalten sind. NVIDIA läuft auch, braucht aber in der Regel den Herstellertreiber. Prüfe vor dem Kauf, ob dein Spiel oder Programm unter Linux mit der Karte getestet ist.
Sind AMD-Grafikkarten günstiger als NVIDIA?▼
In unseren drei Beispielpaaren war die Radeon-Karte im Oktober 2026 günstiger, in der Mittelklasse zusätzlich mit mehr Videospeicher. Die Preise ändern sich aber wöchentlich, und NVIDIA ist bei Raytracing schneller. Vergleiche deshalb immer die aktuellen Preise.
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