NVMe vs SATA SSD: Lohnt sich der Aufpreis?
PCIe-Speed gegen SATA-Budget – wann NVMe wirklich schneller ist und wann nicht
NVMe oder SATA? Beide sind SSDs, aber die Geschwindigkeitsunterschiede auf dem Papier sind gewaltig: NVMe schafft bis zu 7.000 MB/s, SATA maximal 550 MB/s. Klingt nach einem klaren Gewinner – aber im Alltag ist die Sache differenzierter. In diesem Guide erklären wir dir, wann NVMe den Aufpreis wirklich lohnt und wann SATA ausreicht.
Der grundlegende Unterschied: Interface und Protokoll
Der Unterschied liegt nicht nur in der Geschwindigkeit, sondern im Anschluss und Protokoll: SATA-SSDs nutzen das gleiche Interface wie alte Festplatten – entwickelt für mechanische Laufwerke. NVMe-SSDs hingegen nutzen PCIe-Lanes, die ursprünglich für Grafikkarten designed wurden und deutlich mehr Bandbreite bieten.
| Eigenschaft | NVMe SSD | SATA SSD |
|---|---|---|
| Interface | PCIe 3.0/4.0/5.0 | SATA III |
| Protokoll | NVMe | AHCI |
| Max. Bandbreite | PCIe 4.0: 8 GB/s | 600 MB/s |
| Formfaktor | M.2 2280 | 2.5 Zoll oder M.2 |
| Anschluss am Board | M.2 Slot (direkt) | SATA-Kabel + Strom |
| Queue Depth | 65.535 Queues | 1 Queue (32 Befehle) |
| CPU-Auslastung | Niedrig | Höher |
| Typische Lese-Speed | 3.500-7.000 MB/s | 500-550 MB/s |
| Preis (1 TB, 2026) | 55-70€ | 45-55€ |
Warum ist SATA so langsam?
SATA III hat eine maximale Bandbreite von 600 MB/s – das war 2009 für HDDs mehr als genug. Aber moderne Flash-Chips sind so schnell, dass SATA der Flaschenhals ist. NVMe umgeht dieses Limit, indem es PCIe nutzt – und PCIe 4.0 bietet 8 GB/s pro Slot.
Im Alltag: Merkst du den Unterschied?
Hier wird es interessant: Bei den meisten alltäglichen Aufgaben ist der Unterschied zwischen NVMe und SATA kaum spürbar. Windows starten, Programme öffnen, im Web surfen – das hängt von den Random Read/Write IOPS ab (zufällige Lesezugriffe), nicht von der sequentiellen Geschwindigkeit. Und hier sind NVMe und SATA näher beieinander als die Datenblätter suggerieren.
| Aufgabe | NVMe | SATA | Unterschied spürbar? |
|---|---|---|---|
| Windows starten | 10 Sek. | 15 Sek. | Minimal |
| Chrome öffnen (10 Tabs) | 1.5 Sek. | 2 Sek. | Kaum |
| Photoshop starten | 3 Sek. | 5 Sek. | Leicht |
| 50 GB Datei kopieren | 12 Sek. | 95 Sek. | Drastisch |
| Spiel laden (Cyberpunk) | 5 Sek. | 12 Sek. | Ja |
| Video exportieren (4K) | Schneller | Langsamer | Ja, bei großen Projekten |
| Viele kleine Dateien kopieren | Deutlich schneller | Langsamer | Ja |
Wann lohnt sich NVMe wirklich?
Große Dateien bewegen: Video-Editing, Raw-Fotos, Datenbanken – hier spielt NVMe seine Stärke aus
DirectStorage (Gaming): Microsofts neue Technik lädt Game-Assets direkt von NVMe in die GPU – nur mit NVMe möglich
Neuer PC-Build: Der Preisunterschied ist 2026 so gering (10-15€), dass NVMe die logische Wahl ist
Professionelle Arbeit: Videobearbeitung, 3D-Rendering, Softwareentwicklung mit großen Projekten
Kein Kabel nötig: M.2 NVMe steckt direkt im Mainboard – sauberer Build, kein SATA-Kabel
Wann reicht SATA aus?
Älterer PC ohne M.2-Slot: SATA SSDs funktionieren mit jedem Mainboard der letzten 15 Jahre
HDD-Upgrade: Jede SSD (auch SATA) ist ein riesiges Upgrade gegenüber einer HDD
Zweit-Laufwerk: Als günstiges Spiele-Laufwerk neben einer NVMe System-SSD
Budget extrem knapp: Wenn 10€ den Unterschied machen
SATA SSD als HDD-Upgrade
Wenn du noch eine HDD hast, ist jede SSD ein Gamechanger – egal ob NVMe oder SATA. Der Sprung von HDD zu SATA SSD ist 10x größer als der Sprung von SATA SSD zu NVMe. Lass dich nicht verrückt machen: Selbst eine günstige SATA SSD macht deinen PC dramatisch schneller.
PCIe Gen 3 vs Gen 4 vs Gen 5: Was brauchst du?
| Generation | Max. Lesen | Max. Schreiben | Preis (1 TB) | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| PCIe Gen 3 | 3.500 MB/s | 3.000 MB/s | 45-55€ | Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis |
| PCIe Gen 4 | 7.000 MB/s | 6.500 MB/s | 55-70€ | Sweet Spot 2026 |
| PCIe Gen 5 | 12.000+ MB/s | 10.000+ MB/s | 120-200€ | Enthusiasten, kaum Alltagsvorteil |
Für die meisten Nutzer ist PCIe Gen 4 der Sweet Spot: Doppelt so schnell wie Gen 3 bei nur 10-15€ Aufpreis. PCIe Gen 5 SSDs sind 2026 noch teuer und bieten im Alltag kaum spürbaren Vorteil gegenüber Gen 4 – die meisten Programme können die Bandbreite gar nicht ausnutzen.
Unsere SSD-Empfehlungen 2026
Budget NVMe (Gen 3): Kingston NV2 1TB (~45€) – günstigste NVMe, gut genug für die meisten
Best Value NVMe (Gen 4): WD Black SN770 1TB (~55€) – unser Favorit, schnell und zuverlässig
Premium NVMe (Gen 4): Samsung 990 Pro 1TB (~70€) – Top-Speed, 7.450 MB/s
Budget SATA: Samsung 870 EVO 1TB (~55€) – beste SATA SSD, für ältere PCs
Großer Speicher: WD Blue SN580 2TB (~100€) – viel Platz, guter Preis pro TB
Fazit: NVMe Gen 4 ist der neue Standard
2026 ist NVMe Gen 4 der Standard für neue PCs: Der Preisunterschied zu SATA ist minimal, die Performance deutlich besser und DirectStorage gibt es nur mit NVMe. SATA-SSDs sind nur noch für ältere PCs ohne M.2-Slot oder als günstiges Zweit-Laufwerk sinnvoll. Unser Tipp: WD Black SN770 1TB für 55€ – das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich eine NVMe SSD in einen SATA-Slot stecken?▼
Bringt NVMe mehr FPS in Spielen?▼
Kann ich NVMe und SATA SSD gleichzeitig nutzen?▼
Lohnt sich PCIe Gen 5 für SSDs?▼
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