PC-Gehäuse Ratgeber: Worauf du beim Kauf achten musst
Airflow, Formfaktor, Materialien und Features – der komplette Gehäuse-Guide 2026
Das Gehäuse ist mehr als nur eine Hülle für deine Hardware. Es bestimmt den Airflow (Luftstrom), die Lautstärke, die maximale Komponentengröße und natürlich die Optik deines PCs. Ein schlechtes Gehäuse kann eine gute Konfiguration ausbremsen – ein gutes Gehäuse macht den Build einfacher und die Hardware langlebiger. In diesem Guide erfährst du, worauf du achten musst.
Warum das richtige Gehäuse so wichtig ist
Viele Einsteiger sparen zuerst am Gehäuse – ein Fehler. Ein Gehäuse mit schlechtem Airflow kann dazu führen, dass CPU und GPU thermisch drosseln (Thermal Throttling): Die Komponenten werden zu heiß und reduzieren automatisch ihre Leistung, um sich zu schützen. Das kostet dich direkt FPS und Performance.
Außerdem bestimmt das Gehäuse, wie leise dein PC wird. Gehäuse mit guter Belüftung und Platz für große, langsam drehende Lüfter sind deutlich leiser als enge Cases, in denen kleine Lüfter auf Hochtouren drehen müssen.
Die 7 wichtigsten Kauf-Kriterien
Airflow (Luftstrom): Das wichtigste Kriterium. Mesh-Front (Gitter) > geschlossene Front. Vorne rein, hinten/oben raus.
Formfaktor-Unterstützung: Passt dein Mainboard rein? ATX, mATX oder Mini-ITX – prüfe die Kompatibilität!
GPU-Länge: Moderne Grafikkarten sind 30-35 cm lang. Prüfe die maximale GPU-Länge im Gehäuse.
CPU-Kühler-Höhe: Tower-Kühler brauchen 15-17 cm. Prüfe die maximale Kühler-Höhe.
Kabelmanagement: Platz hinter dem Mainboard-Tray (20-25 mm) für saubere Kabelführung.
Lüfter-Plätze: Mindestens 3 Lüfter (2x Front, 1x Rear). Mehr Plätze = mehr Flexibilität.
Frontanschlüsse: USB-C, USB-A und Audio an der Front sind 2026 Standard.
Mesh-Front ist König
Die einfachste Regel für guten Airflow: Kauf ein Gehäuse mit Mesh-Front (Gitter statt geschlossener Kunststoff). Mesh lässt frische Luft ungehindert einströmen und kann die GPU-Temperatur um 5-10°C senken im Vergleich zu geschlossenen Fronten.
Airflow erklärt: So funktioniert Kühlung im Gehäuse
Guter Airflow folgt einem einfachen Prinzip: Kühle Luft rein (vorne/unten), warme Luft raus (hinten/oben). Warme Luft steigt natürlich nach oben, daher ist dieses Konzept physikalisch ideal. Die Front-Lüfter saugen frische Luft an, sie strömt über GPU und CPU-Kühler und wird von Rear- und Top-Lüftern nach außen befördert.
2 Front-Lüfter (Intake) + 1 Rear-Lüfter (Exhaust) = Minimum für guten Airflow
Positiver Luftdruck: Mehr Intake als Exhaust. Verhindert Staub-Einsog durch Ritzen.
Staubfilter reinigen: Alle 2-3 Monate Filter vorne und unten absaugen/abwaschen.
Kabel nicht im Luftstrom: Lose Kabel vor Lüftern blockieren den Airflow – Kabelmanagement zählt!
Materialien: Stahl, Aluminium oder Tempered Glass?
Die meisten Gehäuse bestehen aus Stahlblech (Hauptstruktur) mit einer Tempered-Glass-Seitenwand (gehärtetes Glas zum Reinschauen). Premium-Gehäuse nutzen dickeren Stahl oder sogar Aluminium, was zu besserer Verarbeitungsqualität und weniger Vibrationen führt.
| Material | Vorteile | Nachteile | Preis-Impact |
|---|---|---|---|
| Stahlblech (0.5-0.7mm) | Günstig, stabil | Schwer, kann vibrieren | Budget |
| Stahlblech (0.8-1.0mm) | Stabil, weniger Vibration | Schwerer | Mittelklasse |
| Aluminium | Leicht, Premium-Optik | Teuer, weniger stabil | Premium |
| Tempered Glass | Schicke Optik, kratzfest | Kann bei Stoß splittern | Standard ab 50€ |
Vorinstallierte Lüfter: Was bringen sie?
Die meisten Gehäuse kommen mit 1-3 vorinstallierten Lüftern. Bei Budget-Gehäusen sind das oft einfache, laute Lüfter ohne PWM-Steuerung. Bei Gehäusen ab 80€ sind die mitgelieferten Lüfter meist ordentlich und für den Anfang ausreichend. Ob du nachträglich bessere Lüfter kaufen musst, hängt von deiner Geräusch-Toleranz und den Temperaturen ab.
PWM vs DC Lüfter
PWM-Lüfter (4-Pin) können vom Mainboard stufenlos geregelt werden – leise bei wenig Last, schnell unter Volllast. DC-Lüfter (3-Pin) werden über die Spannung geregelt und sind weniger präzise. Achte bei neuen Lüftern auf 4-Pin PWM.
Gehäuse-Empfehlungen nach Budget
| Preisklasse | Gehäuse | Besonderheiten | Für wen |
|---|---|---|---|
| Budget (40-60€) | Corsair 3000 Airflow / Deepcool CC360 | Mesh-Front, 2 Lüfter, mATX | Budget-Builds, kompakt |
| Mittelklasse (60-90€) | Corsair 4000D Airflow / Fractal Pop Air | Mesh, 3 Lüfter, ATX, gutes Kabelmanagement | Die meisten Gamer |
| Premium (90-130€) | be quiet! Pure Base 500DX / Lian Li Lancool 216 | Top-Airflow, leise, viele Lüfter-Plätze | Leise High-End Builds |
| Enthusiast (130€+) | Corsair 5000D Airflow / Lian Li O11 Dynamic | Riesig, perfekter Airflow, Wasserkühlungs-Ready | Custom-Loops, Enthusiasten |
Häufige Fehler beim Gehäuse-Kauf
Nur nach Optik kaufen: Schicke RGB-Gehäuse mit geschlossener Front = schlecht für Airflow
GPU-Länge nicht prüfen: Moderne GPUs (RTX 4070 Ti Super) sind 33+ cm lang – passt nicht in jedes Gehäuse!
Kühler-Höhe ignorieren: Noctua NH-D15 braucht 165 mm Höhe – viele Gehäuse bieten nur 155 mm
Zu wenig Lüfter-Plätze: Mindestens 3x 120mm oder 2x 140mm vorne sollten möglich sein
AIO-Kompatibilität vergessen: Wenn du eine AIO-Wasserkühlung planst, prüfe ob 240/280/360mm Radiatoren ins Gehäuse passen
Fazit: 70-90€ für ein gutes Gaming-Gehäuse
Ein gutes Gaming-Gehäuse kostet 2026 zwischen 70 und 90€. In dieser Preisklasse bekommst du Mesh-Front, gutes Kabelmanagement, genug Platz für große GPUs und ordentliche vorinstallierte Lüfter. Unser Top-Pick: Corsair 4000D Airflow – der Klassiker, der einfach funktioniert.
Unser Tipp
Prüfe vor dem Kauf drei Dinge: 1. Maximale GPU-Länge (≥ 35 cm empfohlen) 2. Maximale Kühler-Höhe (≥ 165 mm für Tower-Kühler) 3. Mesh-Front vorhanden? Wenn alle drei passen, ist das Gehäuse eine gute Wahl.
Häufig gestellte Fragen
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