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PC selber bauen: Die komplette Anleitung für Einsteiger (2026)

Schritt für Schritt vom Karton zum fertigen Gaming-PC – einfacher als du denkst

PC-Komponenten bereit zum Zusammenbau
C
Configury Team
9.2.2026
1 Min. Lesezeit
4 Aufrufe

Einen PC selber bauen ist einfacher als die meisten denken – wie erwachsenes LEGO mit einer Anleitung. Du brauchst keinen technischen Hintergrund, nur einen Kreuzschraubendreher und 2-3 Stunden Zeit. In dieser Anleitung führen wir dich Schritt für Schritt durch den gesamten Aufbau, mit Tipps zu häufigen Fehlerquellen.

Vorbereitung: Was du brauchst

  • Kreuzschraubendreher (Phillips #2) – das einzige Werkzeug, das du brauchst

  • Antistatik-Armband (optional, aber empfohlen) – oder: regelmäßig das Gehäuse berühren um dich zu erden

  • Saubere, helle Arbeitsfläche – großer Tisch, kein Teppich (statische Aufladung!)

  • Geduld und gutes Licht – Handy-Taschenlampe hilft bei dunklen Ecken

  • Mainboard-Handbuch – die wichtigste Ressource, liegt bei oder als PDF auf der Hersteller-Website

Keine Angst vor dem ersten Build!

Moderne PC-Komponenten sind robust. Solange du nicht mit Gewalt arbeitest (RAM muss klicken, nicht knirschen) und antistatisch vorgehst, kann wenig schief gehen. Die meisten Stecker und Anschlüsse passen nur in eine Richtung – du kannst fast nichts falsch einstecken.

Schritt 1: CPU auf das Mainboard setzen

Lege das Mainboard auf die Mainboard-Box (als antistatische, weiche Unterlage). Öffne den CPU-Sockel-Hebel und setze die CPU vorsichtig ohne Kraft ein. Achte auf den goldenen Dreieck-Pfeil an der CPU-Ecke – er muss mit dem Pfeil auf dem Sockel übereinstimmen. Die CPU fällt quasi von selbst in den Sockel. Hebel schließen. Nicht auf die Kontakte fassen!

Schritt 2: RAM einsetzen

Öffne die Clips an den RAM-Slots. Bei 2 RAM-Modulen und 4 Slots: Nutze Slot 2 und 4 (zweiter und vierter von der CPU) – das aktiviert Dual-Channel für maximale Performance. Richte die Kerbe im RAM mit der Kerbe im Slot aus und drücke gleichmäßig und fest nach unten, bis die Clips einrasten. Es braucht etwas Kraft!

RAM braucht Kraft!

RAM-Module einzusetzen erfordert mehr Kraft als du erwartest. Ein sattes Klicken der Clips bestätigt den korrekten Sitz. Wenn nur ein Clip einrastet, ist der RAM nicht korrekt eingesetzt – der PC bootet dann nicht oder erkennt den RAM nicht.

Schritt 3: M.2 SSD einbauen

Entferne den M.2-Kühlkörper (kleine Metallplatte über dem M.2-Slot) und die Schraube am Ende. Setze die SSD im 30°-Winkel in den Slot und drücke sie sanft nach unten. Fixiere sie mit der Schraube. Kühlkörper wieder aufsetzen. Nutze den ersten M.2-Slot (direkt unter der CPU) – er hat die schnellste Anbindung.

Schritt 4: CPU-Kühler montieren

Trage Wärmeleitpaste auf die CPU auf: Ein erbsengroßer Tropfen in die Mitte reicht. Nicht verstreichen – der Kühler verteilt die Paste beim Aufsetzen. Montiere den Kühler nach Anleitung des Herstellers – jeder Kühler hat ein etwas anderes Montagesystem. Ziehe die Schrauben kreuzweise und gleichmäßig an (diagonal, nicht eine Seite zuerst).

Schritt 5: Mainboard ins Gehäuse einbauen

Installiere zuerst die I/O-Blende (Metallblende für die Rückseite) ins Gehäuse – von innen nach außen drücken bis sie einrastet. Setze die Abstandshalter (Standoffs) im Gehäuse an die richtigen Positionen für deinen Formfaktor. Setze das Mainboard ein, richte es an den Abstandshaltern aus und verschraube es mit 6-9 Schrauben.

Schritt 6: Netzteil einbauen und verkabeln

Schraube das Netzteil ins Gehäuse (meist unten). Verbinde: 24-Pin ATX (Hauptstrom → rechte Seite des Mainboards), 8-Pin CPU (CPU-Strom → oben links), PCIe-Kabel (für GPU, noch nicht anschließen). Verlege alle Kabel hinter dem Mainboard-Tray für sauberes Kabelmanagement.

Schritt 7: Grafikkarte einbauen

Entferne die Slot-Blenden hinten am Gehäuse (2-3 je nach GPU). Drücke den Sicherungsclip am PCIe-Slot nach unten, setze die GPU gerade und gleichmäßig ein bis sie einrastet. Verschraube sie am Gehäuse. Verbinde die PCIe-Stromkabel vom Netzteil. Nutze separate Kabel (nicht Daisy-Chain) für High-End GPUs.

Schritt 8: Gehäuse-Kabel anschließen

Verbinde die Front-Panel-Kabel (Power-Button, Reset, Power-LED, HDD-LED) mit dem entsprechenden Header auf dem Mainboard. Verbinde USB-Kabel (Front-USB 3.0, USB-C) und den HD-Audio-Stecker. Das Mainboard-Handbuch zeigt die exakte Belegung. Tipp: Fotos vom Handbuch mit dem Handy machen für einfaches Nachschlagen.

Schritt 9: Erster Start und BIOS

Monitor anschließen (an die GPU, nicht ans Mainboard!), Stromkabel einstecken, Netzteil einschalten (Schalter auf der Rückseite) und Power-Button drücken. Wenn alles korrekt ist, erscheint das BIOS. Falls nicht: Ruhe bewahren. Prüfe RAM-Sitz, CPU-Stromanschluss, GPU-Strom und ob der Monitor am richtigen Ausgang hängt.

Kein Bild beim ersten Start?

Die häufigsten Ursachen: 1. Monitor am Mainboard statt an der GPU angeschlossen. 2. RAM nicht korrekt eingerastet. 3. 8-Pin CPU-Stromkabel vergessen. 4. GPU-Stromkabel nicht eingesteckt. Prüfe diese 4 Dinge zuerst, bevor du in Panik gerätst.

Schritt 10: Windows installieren

Im BIOS: XMP/EXPO aktivieren, Boot-Reihenfolge auf USB-Stick setzen, speichern und neustarten. Der Windows-Installer startet. Installiere Windows auf deiner NVMe SSD, richte dein Konto ein und installiere als allererstes den GPU-Treiber von NVIDIA oder AMD. Danach Windows Update ausführen. Fertig!

Fazit: Du kannst das!

PC-Bau ist kein Hexenwerk. Mit dieser Anleitung und 2-3 Stunden Zeit baust du deinen ersten PC zusammen. Der Moment, wenn der PC zum ersten Mal startet und das BIOS erscheint, ist unbezahlbar. Nimm dir Zeit, lies das Mainboard-Handbuch und arbeite sorgfältig – dann klappt alles beim ersten Versuch.


Häufig gestellte Fragen

Kann ich beim Zusammenbau etwas kaputt machen?
Wenn du vorsichtig arbeitest und keine Gewalt anwendest: Extrem unwahrscheinlich. Die häufigsten Fehler (falscher RAM-Slot, Kabel vergessen) sind leicht korrigierbar. Die einzige wirkliche Gefahr ist elektrostatische Entladung – erdet euch regelmäßig am Gehäuse.
Wie lange dauert der erste PC-Build?
Für Einsteiger: 2-3 Stunden. Für Erfahrene: 45-90 Minuten. Das Kabelmanagement braucht am meisten Zeit. Plane genug Zeit ein und hetze nicht – Fehler passieren, wenn man ungeduldig wird.
Brauche ich spezielles Werkzeug?
Nur einen Kreuzschraubendreher (Phillips #2). Optional: Antistatik-Armband, Taschenlampe, Kabelbinder. Das war es. Profis nutzen manchmal magnetische Schraubendreher – sehr praktisch für kleine Schrauben.
Was mache ich wenn der PC nicht startet?
Ruhe bewahren! Prüfe: 1. Netzteil eingeschaltet? 2. ATX-24-Pin und CPU-8-Pin angeschlossen? 3. RAM korrekt eingerastet? 4. GPU korrekt eingesetzt und Stromkabel dran? 5. Front-Panel Power-Switch korrekt angeschlossen? In 90% der Fälle ist es ein loses Kabel oder nicht eingerasteter RAM.

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